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Ratgeber
UX&I GmbH kennenlernen

Ratgeber

Von Tobias Schlei, Geschäftsführer der UX&I GmbH

Stand: 14. Oktober 2026

Lesezeit: rund 15 Minuten

UX-Agentur, UX-Beratung oder eigenes Team? So entscheidest du

Gehört UX zum Kern deines Produkts, gehört die Kompetenz ins eigene Haus. Externe helfen am meisten, wenn sie dich dorthin bringen.

Diese Seite ist für alle, die entscheiden müssen, ob sie UX-Kompetenz einkaufen oder selbst aufbauen: in der Geschäftsführung, im Produktmanagement oder in der IT. Im Englischen heißt diese Frage Make-or-Buy. Die Seite fasst zusammen, was Fachleute wie Jakob Nielsen, Jared Spool und Peter Merholz seit 1998 dazu schreiben, welche Zahlen es gibt und wo die Belege dünn sind.

Drei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf. Eine UX-Agentur liefert Ergebnisse für dich, eine UX-Beratung macht dein Team selbst fähig, und Inhouse heißt: Du baust ein eigenes UX-Team auf. Wenn du dich fürs Einkaufen entscheidest, erklärt der Ratgeber zur Agenturwahl, wie du auswählst.

1Agentur, Beratung oder eigenes Team: Was ist der Unterschied?

Eine UX-Agentur erledigt Aufgaben für dich und liefert Ergebnisse: Research-Berichte, Konzepte, Designs. Eine UX-Beratung arbeitet mit deinem Team und will es so weit bringen, dass es die Arbeit selbst kann. Ein eigenes Team gehört fest zu deinem Unternehmen.

Geschützt sind die Begriffe nicht, und viele Anbieter machen beides. Im Branchenreport UX/Usability 2025 der German UPA beschrieben sich von 32 befragten Selbstständigen 41 Prozent als Freelancer, 25 Prozent als Beratung und 13 Prozent als Agentur (Report als PDF). Eine feste Abgrenzung gibt es auch in der Fachliteratur nicht. Am deutlichsten formuliert sie die UX&I GmbH, die diese Seite betreibt: Eine Agentur sei ein Dienstleister, der etwas für seine Auftraggeber erledigt; eine Beratung solle daran arbeiten, sich ab einem gewissen Zeitpunkt selbst überflüssig zu machen (Berger und Souris). Ähnlich wirbt Userlutions damit, UX-Talente beim Kunden aufzubauen (Leistungsseite).

Dazu kommt eine zweite Bedeutung von Beratung. Seit 2013 haben große Management- und IT-Beratungen viele Designstudios gekauft, etwa Accenture die Agentur Fjord und McKinsey die Studios Lunar und Veryday (mehr dazu in Abschnitt 3). Spricht ein Konzern von Designberatung, meint er oft Strategieberatung mit eigener Designabteilung.

Auch eigene UX-Teams sind im Markt sichtbar. Unter den 13 Unternehmen, die UX-Fachleuten im Branchenreport UX/Usability 2025 spontan einfielen, stehen neben UX-Agenturen und -Beratungen auch DATEV (Platz 4) , SAP (Platz 9) und Siemens (Platz 10) . Sie betreiben UX vor allem für ihre eigenen Produkte. Die vollständige Liste zeigt das Ranking der UX-Agenturen und UX-Unternehmen; es misst Bekanntheit, nicht Qualität.

Welche Arten von UX-Agenturen es gibt, vom Research-Spezialisten bis zur Produktberatung, beschreibt der Ratgeber zur Agenturwahl.

Prüfschritt: Frag jeden Anbieter, was am Ende des Auftrags bei dir bleibt: nur Ergebnisse oder auch Fähigkeiten. Die Antwort zeigt dir, ob du mit einer Agentur oder einer Beratung sprichst, egal wie sie sich nennt.

2Was raten Fachleute seit über 25 Jahren?

Im Kern dasselbe: Gehören digitale Produkte zum Kern deines Geschäfts, gehört die UX-Kompetenz ins Unternehmen. Externe sind sinnvoll für Tempo, Spezialwissen, Lastspitzen und den Blick von außen.

„Webdesign ist eine Kernkompetenz der vernetzten Wirtschaft und sollte nicht ausgelagert werden.“

Jakob Nielsen, Should You Outsource Web Design?, Juni 1998. Im Original: „Web design is a core competency for the network economy and should not be outsourced.“

Nielsen hielt Auslagern trotzdem für sinnvoll: für dringende Aufgaben, solange du noch Personal suchst, und für Sonderprojekte, die deine Ressourcen übersteigen oder Fähigkeiten verlangen, die du noch nicht hast. Die Verantwortung für die strategische Richtung solle aber im Haus bleiben. In einem Nachtrag mit Leserkommentaren riet er, mit Externen so zu arbeiten, dass man von ihnen lernt.

Jared Spool erklärte 2015, warum Unternehmen UX ins Haus holen (Podcast „Role of Outsiders“). Sein Beispiel ist eine Kette von Cupcake-Bäckereien: Für sie ist die Website Beiwerk, sie wird nie selbst ins Webdesign einsteigen. Werden Websites und Apps aber zu Werten, die das Geschäft tragen, holen Unternehmen die Arbeit nach innen. Klassische Ausschreibungen, im Englischen Request for Proposal (RFP), lieferten ohnehin selten gute Ergebnisse.

Wie ein eigenes Team aufgebaut und eingebunden wird, beschreiben Peter Merholz und Kristin Skinner in Org Design for Design Orgs (2016), dem Standardwerk zum Thema. Die Nielsen Norman Group (NN/g) unterscheidet drei Modelle: ein zentrales UX-Team, das die Produktteams bedient, über die Produktteams verteilte UX-Fachleute und eine Matrix aus beidem (Kaplan und Pernice, 2019). In einer Umfrage unter 557 Fachleuten aus 356 Unternehmen waren die drei Formen etwa gleich häufig (Kaplan, 2021).

Bemerkenswert: Ein zentrales UX-Team arbeitet oft wie ein interner Dienstleister. Es kommt in Produktteams, wenn es gebraucht wird, und zieht wieder ab (Pernice, 2017). Damit droht ihm dasselbe wie einer externen Agentur: Es liefert zu, statt mitzuentscheiden.

Prüfschritt: Schreib auf, welche drei Produkte oder Prozesse dein Geschäft am stärksten tragen. Sind digitale Oberflächen darunter, plane ein eigenes UX-Team als Ziel ein, auch wenn du extern startest.

3Holen Unternehmen UX nach innen?

Ja, seit gut zehn Jahren. Konzerne und Beratungen haben Dutzende Designfirmen gekauft, und Inhouse-Stellen überwiegen. Agenturen verschwinden dadurch nicht, aber ihre Rolle verschiebt sich.

John Maeda zählte in seinem Design in Tech Report 2016 42 übernommene Designfirmen seit 2004, rund die Hälfte davon im Jahr zuvor; die aktivsten Käufer waren Accenture, Deloitte, IBM, Google und Facebook (Report 2016). Ein Jahr später waren es über 70, mehr als die Hälfte davon seit 2015 (Report 2017). Einige Beispiele:

  • 2004Flextronics steigt bei frog design ein.
  • 2013Accenture kauft Fjord.
  • 2014Capital One kauft Adaptive Path; PwC Neuseeland kauft Optimal Experience.
  • 2015McKinsey kauft Lunar, EY kauft Seren, Wipro kauft Designit.
  • 2016McKinsey kauft Veryday, Deloitte Digital kauft Heat.

McKinsey bündelte seine Zukäufe 2018 zu McKinsey Design, mit rund 350 Designerinnen und Designern in zehn Studios. Hugo Sarrazin von McKinsey nannte das Unternehmen damals „die größte Designfirma, von der du nie gehört hast“ (Consultancy.org).

Capital One kaufte 2014 Adaptive Path, eine der prägenden UX-Beratungen der USA. Louis Rosenfeld verteidigte den Schritt: UX-Talente wanderten seit 2001 in die Unternehmen, und einen Konzern von innen zu verändern sei die größere Aufgabe (Rosenfeld, 2014). 2017 leitete der Designchef von Capital One rund 400 Designerinnen und Designer (UXmatters); 2019 endete die Marke Adaptive Path (Arango, 2019).

Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich dasselbe Bild. Paulo Dziobczenski wertete 1.406 britische Stellenanzeigen für Grafikdesign aus dem Jahr 2015 aus: 903 Stellen waren inhouse, 363 in Agenturen. Sein Fazit: Agenturen sterben nicht, bekommen aber weniger Projekte und müssen mit Inhouse-Teams zusammenarbeiten (Dziobczenski, 2019). Peter Merholz schätzt, dass um 2020 nur noch 5 bis 10 Prozent der UX-Fachleute in Agenturen oder Beratungen arbeiteten. Er schreibt ausdrücklich, dass es ihm so schien; gezählt hat er nicht (Merholz, 2026).

Für Deutschland gibt es keine solche Zählung. Im Branchenreport UX/Usability 2025 der German UPA sind 88 Prozent der 339 befragten UX-Fachleute angestellt, in Unternehmen ebenso wie in Agenturen, und 9,5 Prozent selbstständig. Die Selbstständigen nennen 2025 den Kontakt zu potenziellen Auftraggebern als größte Herausforderung: 63 Prozent, nach 26 Prozent im Jahr 2023. Aus demselben Report stammt das Bekanntheitsranking der UX-Agenturen auf dieser Website.

Die längste Zahlenreihe kommt aus dem Marketing, nicht aus UX. Laut dem US-Werbeverband ANA hatten 2023 82 Prozent der befragten Mitglieder eine Inhouse-Agentur, 2008 waren es 42 Prozent. Trotzdem arbeiteten 92 Prozent zusätzlich mit externen Agenturen. Kostenersparnis als Erfolgsmaßstab verlor an Gewicht (62 nach 69 Prozent in der Vorgängerstudie), der Beitrag zum Geschäftserfolg gewann (59 nach 45 Prozent) (ANA, 2023). Eine Befragung von 404 Jurymitgliedern eines ANA-Preises bestätigte den Trend 2026, ist aber nicht direkt vergleichbar (ANA, 2026).

Prüfschritt: Frag drei Unternehmen ähnlicher Größe aus deiner Branche, wie sie UX organisiert haben und was sie heute anders machen würden. Das sagt mehr über deine Lage als jede internationale Statistik.

4Welche Rolle spielt die UX-Reife?

Eine große. Unternehmen durchlaufen typische Stufen: erst Agenturen, dann ein zentrales internes Team, dann UX-Fachleute in den Produktteams. Was passt, hängt davon ab, wo du stehst, nicht davon, wie groß dein Team ist.

Jared Spool beschreibt diese Stufen so: Zuerst arbeiten Unternehmen mit externen Agenturen. Dann bauen sie einen internen Service auf, der im Grunde nachbildet, was die Agenturen gemacht haben, nur viel günstiger; Spool nennt das Design as a Service. Das sei aber nur ein Zwischenschritt. Weiter sind Unternehmen, die UX-Fachleute fest in ihre Projekte einbetten (Interview bei Intercom, 2016).

Wie verbreitet niedrige Reife ist, zeigt eine Befragung von InVision unter Designfachleuten aus mehr als 2.200 Organisationen. Auf der untersten von fünf Stufen, auf der Design vor allem Oberflächen produziert, standen 41 Prozent, auf der höchsten 5 Prozent (The New Design Frontier, 2019). Mehr Personal bringt dabei nicht automatisch mehr Reife: Die größten Teams mit im Schnitt 54 Designerinnen und Designern fanden sich auf Stufe 3, auf Stufe 5 waren es im Schnitt 15.

Für deine Entscheidung heißt das: Bei niedriger Reife fehlt intern oft jemand, der UX-Arbeit beauftragen, bewerten und einbinden kann. Dann hilft eine Beratung, die Strukturen mit aufbaut, mehr als eine Agentur, die nur Ergebnisse abliefert. Bei mittlerer und hoher Reife lohnt sich ein eigenes Team, ergänzt um Externe für Spezialthemen. Wächst das Team, kommt DesignOps dazu, also die Organisation der Designarbeit selbst (Kaplan, 2019).

Prüfschritt: Gibt es in deinem Unternehmen eine Person, die UX-Ergebnisse fachlich bewerten kann? Wenn nicht, ist das die erste Lücke, die du schließen solltest, ob mit einer eigenen Stelle oder mit externer Hilfe.

5Eigenes Team, Agentur oder Beratung im Vergleich

Ein eigenes Team gewinnt bei Kontinuität und Produktwissen, eine Agentur bei Tempo und Breite, eine Beratung beim Aufbau von Wissen in deinem Team.

Eigenes Team, Agentur und Beratung in neun Kriterien
KriteriumEigenes TeamAgenturBeratung
Passt, wennUX zum Kern deines Produkts gehörtUX ein Randthema oder ein einzelnes Projekt istUX-Kompetenz im Haus entstehen soll, aber noch fehlt
KostenFest, auch bei wenig Arbeit; günstig bei dauerhaft hoher AuslastungVariabel, kein LeerlaufInvestition in den Aufbau, die später externe Kosten senken soll
StartNach Monaten, wenn die Stellen besetzt sindIn wenigen WochenIn wenigen Wochen, die Übergabe ist von Anfang an geplant
Produkt- und FachwissenTief, einschließlich interner AbläufeMuss in jedem Projekt neu entstehenEntsteht gemeinsam mit deinem Team
KontinuitätHochGering, Wissen geht mit dem ProjektendeMittel, Ziel ist, sich überflüssig zu machen
Blick von außenRisiko Betriebsblindheit; Unbequemes bleibt eher ungesagtErfahrung aus vielen BranchenAußenblick und ein geschützter Raum für unbequeme Themen
Spezialwissen und KapazitätSchwer, alle Disziplinen abzudeckenViele Disziplinen aus einer HandGezielt für Spezialthemen und Lastspitzen
Passende UX-ReifeMittel bis hochNiedrig, bei klar umrissenen ProjektenNiedrig bis mittel, mit dem Ziel, selbst aufzubauen
NachwuchsAusbildung kommt oft zu kurzTraditionell Lernort für EinsteigendeCoaching und Mentoring gehören zur Leistung

Zusammengefasst aus den Quellen in Abschnitt 10. Den Vergleich mit Freelancern findest du im Ratgeber zur Agenturwahl.

Prüfschritt: Markiere in jeder Zeile die Spalte, die für dich am besten passt. Liegen die Markierungen in mehreren Spalten, ist ein Mischmodell meist die richtige Antwort.

6Welche Mischmodelle gibt es?

Reine Lösungen sind selten. Vier Mischformen tauchen in der Literatur immer wieder auf, und die erste ist die häufigste Empfehlung: extern starten und intern weiterführen.

  1. 1Extern starten, intern weiterführen

    Externe Fachleute übernehmen die ersten Projekte, während du Stellen besetzt, und arbeiten die neuen Leute ein. So empfahl es schon Nielsen 1998, heute auch Anbieter wie uxsense. Die UX&I GmbH beschreibt in einem eigenen Artikel, wie One Data vom ersten Usability-Check bis zu einem eigenen UX-Team kam (Eigenquelle).

  2. 2Verstärkung auf Zeit

    Externe arbeiten in deinem bestehenden Team mit, um Lastspitzen abzufangen oder eine Lücke zu füllen; im Englischen heißt das Staff Augmentation. Eine Variante ist die Interimsleitung: Eine erfahrene externe Person baut die UX-Abteilung auf und hilft, die Nachfolge auszuwählen (Userlutions).

  3. 3Ein ganzes Team kaufen

    Konzerne kaufen ganze Agenturen, weil sie damit ein fertiges Team bekommen, das schon zusammenarbeiten kann (Spool, 2015). Im Englischen heißt das Acqui-Hire. Das bekannteste Beispiel ist Adaptive Path bei Capital One. Für die meisten Unternehmen ist das keine Option, zeigt aber, wie wertvoll eingespielte Teams sind.

  4. 4Partnerschaft für strategische Fragen

    Ein eigenes Team arbeitet dauerhaft am Produkt, Externe kommen für Strategie, heikle Research-Ergebnisse oder einen unabhängigen Blick dazu. Erika Hall hält diese Kombination für die stärkste, weil Externe einen geschützten Raum schaffen, in dem interne Teams unbequeme Wahrheiten aussprechen können (laut Santos, 2026). Kunden erwarten von solchen Partnern Urteilskraft und klare Empfehlungen, keine Liste mit zehn Varianten (Kaley, 2026).

Damit ein Mischmodell nicht in Abhängigkeit endet, gehört der Wissensaufbau in den Auftrag: gemeinsames Arbeiten, Schulungen, dokumentierte Methoden und ein Zeitpunkt, ab dem dein Team übernimmt. Für Jared Spool ist das kein Widerspruch zur Arbeit von Fachleuten: Sie können als Coach arbeiten und das Team selbstständig machen (Spool, 2015).

Prüfschritt: Leg vor dem Start fest, welche Aufgaben dein Team nach sechs und nach zwölf Monaten selbst übernimmt, und schreib das in den Vertrag.

7Was spricht gegen die gängige Empfehlung?

Ein eigenes Team ist kein Selbstläufer. Kritische Stimmen warnen vor fehlender Nachwuchsförderung, vor einzelnen Designerinnen und Designern ohne Rückhalt in Produktteams und davor, dass Angestellte Unbequemes seltener aussprechen.

Inhouse kommt der Nachwuchs zu kurz

Peter Merholz beschreibt Agenturen als Orte, an denen Einsteigende nach dem Muster von Meister und Lehrling von Erfahrenen lernten. Inhouse seien Designorganisationen dagegen „Teil einer Maschine der Produktentwicklung“, ausgerichtet an dem, was für die Entwicklung am besten ist; die eigene Praxis weiterzuentwickeln, gerate dabei aus dem Blick. Den Rückgang der Agenturen selbst nennt er ausdrücklich kein Versagen der Führung (Merholz, 2026). Schon 2022 kritisierte er, dass einzeln in Produktteams eingebettete Designerinnen und Designer zu Zuarbeitenden des Produktmanagements werden (Merholz, 2022).

Angestellte sagen seltener, was gesagt werden muss

„Als Design ins Unternehmen wanderte, änderte sich die Praxis, denn die wichtigste Aufgabe interner Beschäftigter ist, nicht gefeuert zu werden.“

Erika Hall, Mule Design, im Interview mit Field Conditions, Februar 2026. Im Original: „When design went in-house, the practice changed because job number one for an internal employee is not getting fired.“

Hall leitet selbst eine Designberatung und hat damit ein Interesse an diesem Argument. Ihre Antwort ist trotzdem kein Verzicht auf das eigene Team, sondern die Partnerschaft aus Abschnitt 6.

Von innen verändern ist nicht leichter

Rosenfeld sah 2014 im Wandel von innen die größere Chance. Piers Scott hält dagegen, Wandel sei von innen oft schwerer zu bewirken als von außen (Scott, 2019). Beides kann stimmen, je nachdem, wie viel Rückhalt UX in der Führung hat.

Wo UX am gesündesten ist

In Merholz' Umfrage 2025 mit 763 Antworten schnitten Professional-Services-Unternehmen am besten ab, zu denen Agenturen und Beratungen gehören. Diese Teilgruppe ist mit 32 Antworten allerdings klein. Am ungünstigsten war es, wenn UX an Engineering oder Marketing berichtet (Merholz, 2025).

Prüfschritt: Wenn du ein eigenes Team aufbaust, plane von Anfang an eine UX-Leitung, Mentoring für Einsteigende und einen regelmäßigen Blick von außen ein, etwa durch Reviews mit externen Fachleuten.

8Kosten: Was belegt ist und was nicht

Eine belastbare Studie, die die Gesamtkosten eines eigenen UX-Teams mit denen externer Partner vergleicht, gibt es nicht (Stand Oktober 2026). Die bekannten Zahlen messen den Wert guter Designpraxis, nicht die Frage, wer sie erbringt.

Am häufigsten zitiert wird McKinsey. In einer Studie über 300 börsennotierte Unternehmen und fünf Jahre wuchs das beste Viertel im McKinsey Design Index beim Umsatz um 32 Prozentpunkte stärker als die Branche, bei der Aktionärsrendite (Total Shareholder Return) um 56 Prozentpunkte (McKinsey, 2018). Das sind Prozentpunkte über den ganzen Zeitraum, nicht „32 Prozent mehr Umsatz“, wie es oft verkürzt heißt. Und gemessen wurde, wie Unternehmen Design betreiben, nicht ob Design intern oder extern entsteht.

Ebenfalls oft zu lesen ist, jeder in UX investierte Dollar bringe 100 Dollar zurück, mit Verweis auf das Analysehaus Forrester. Die Originalquelle ist kostenpflichtig, alt und in den zitierenden Texten nicht nachprüfbar. Für eine Entscheidung taugt die Zahl deshalb nicht.

Für deine eigene Rechnung helfen Tagessätze. Selbstständige UX-Fachleute, überwiegend Freelancer und Inhaber kleiner Büros, nannten im Branchenreport UX/Usability 2025 der German UPA im Mittel einen Tagessatz von 878 Euro (Spanne 550 bis 1.500 Euro, 32 Befragte). Was Agenturen und Beratungen typischerweise verlangen, steht im Ratgeber unter Kosten. Ein eigenes Team kostet dagegen auch dann, wenn gerade wenig zu tun ist, und der Aufbau dauert Monate. Im Marketing war Kostenersparnis lange das Hauptmotiv für Inhouse-Agenturen, verliert aber an Gewicht (ANA, 2023).

Prüfschritt: Schätze, wie viele Personentage UX-Arbeit du in den nächsten zwei Jahren brauchst und wie gleichmäßig sie anfallen. Reicht der Bedarf dauerhaft für mindestens eine volle Stelle, rechne ein eigenes Team gegen externe Tagessätze durch. Schwankt er stark, ist extern meist günstiger.

9So entscheidest du in fünf Schritten

Fünf Fragen führen zur passenden Mischung. Beantworte sie der Reihe nach; die erste wiegt am schwersten.

  1. 1Wie wichtig ist UX für dein Geschäft?

    Tragen digitale Produkte dein Geschäft, ist ein eigenes Team das Ziel. Ist die Website Beiwerk wie bei Spools Cupcake-Bäckerei, reicht externe Hilfe.

  2. 2Wie reif ist UX bei dir?

    Fehlt intern jede Erfahrung, starte mit einer Beratung, die auch beim Aufbau hilft. Gibt es schon ein Team, kauf gezielt Spezialwissen dazu.

  3. 3Wie gleichmäßig ist der Bedarf?

    Dauerhafte Arbeit gehört nach innen, Lastspitzen und Einzelprojekte nach außen.

  4. 4Wie schnell brauchst du Ergebnisse?

    Eine Stelle zu besetzen, dauert Monate, eine Agentur startet in Wochen. Bei Zeitdruck startest du extern und baust parallel auf.

  5. 5Was soll bei dir bleiben?

    Soll Wissen im Haus bleiben, schreib den Aufbau in den Auftrag: gemeinsames Arbeiten, Schulungen und eine geplante Übergabe. Ein guter externer Partner plant ein, sich überflüssig zu machen.

Entscheidest du dich für externe Hilfe, zeigt der Ratgeber zur Agenturwahl, wie du auswählst: Kriterien, Fragen fürs Erstgespräch, Kosten und Vergabe. Welche UX-Agenturen und -Unternehmen Fachleuten spontan einfallen, zeigt das Ranking der bekanntesten UX-Agenturen im German-UPA-Branchenreport. Es misst Bekanntheit, nicht Qualität: ein Startpunkt für deine Liste, kein Urteil. Wer vor Ort sitzt, zeigen die Seiten UX-Agenturen in Berlin und UX-Agenturen in München sowie die Karte aller Standorte.

Prüfschritt: Beantworte die fünf Fragen gemeinsam mit Produktmanagement, Entwicklung und Einkauf. Wo ihr euch nicht einig seid, liegt meist die eigentliche Entscheidung.

10Quellen und offene Fragen

Diese Seite stützt sich auf 50 Quellen: Studien, Fachartikel, Bücher und Podcasts. Einige Fragen beantwortet bisher keine davon.

  • Es gibt keine UX-spezifische Studie, die die Gesamtkosten eines eigenen Teams mit denen externer Partner vergleicht.
  • Eine anerkannte Unterscheidung zwischen UX-Agentur und UX-Beratung fehlt, auf Englisch wie auf Deutsch. Sie lebt von den Selbstbeschreibungen der Anbieter.
  • Fast alle Quellen stammen von Designfachleuten oder Anbietern. Befragungen von Auftraggebern zur Entscheidung zwischen Inhouse und extern fehlen.
  • Wie man misst, ob ein Team befähigt ist und ein Auftrag übergeben werden kann, beschreibt kaum jemand.
  • Wie KI die Arbeit von Einsteigenden und damit Agenturen mit vielen Juniorstellen verändert, ist erst in Ansätzen beschrieben.

Anbieterartikel stammen von Agenturen oder Beratungen über ihr eigenes Geschäftsfeld; wir nutzen sie für Kriterien, nicht als Beleg. Die Eigenquelle stammt von der UX&I GmbH, die diese Seite betreibt. Alle Links und Zahlen geprüft am 14. Oktober 2026.

Studien und Reports

  1. Benedict Sheppard, Hugo Sarrazin, Garen Kouyoumjian, Fabricio Dore: The Business Value of Design. McKinsey & Company, 25. Oktober 2018. Englisch

    300 börsennotierte Unternehmen über fünf Jahre, mehr als 100.000 Designmaßnahmen und über zwei Millionen Finanzdaten. Das beste Viertel im McKinsey Design Index wuchs beim Umsatz um 32 und bei der Aktionärsrendite um 56 Prozentpunkte stärker als die Branche, kumuliert über den Zeitraum. Gemessen wird Designpraxis, nicht ob Design intern oder extern entsteht.

  2. Nina Gerber, Sarah Diefenbach, Daniel Ullrich, Mara Hofbauer: Branchenreport UX/Usability 2025. German UPA, Mensch und Computer 2025, September 2025.

    339 Befragte, 88 Prozent angestellt, 9,5 Prozent selbstständig. Von den 32 Selbstständigen beschreiben sich 41 Prozent als Freelancer, 25 Prozent als Beratung und 13 Prozent als Agentur. Eine Frage nach Inhouse oder extern aus Sicht der Auftraggeber enthält der Report nicht. Aus demselben Report stammt die Rangliste auf uxagenturen.de.

  3. Leah Buley: The New Design Frontier. InVision, Januar 2019. Englisch

    Befragung von Designfachleuten aus mehr als 2.200 Organisationen, fünf Reifestufen. 41 Prozent stehen auf Stufe 1, 5 Prozent auf Stufe 5; die größten Teams finden sich auf Stufe 3. InVision ist eingestellt, verlinkt ist eine Archivkopie.

  4. Kate Kaplan: The State of Design Teams: Structure, Alignment, and Impact. Nielsen Norman Group, 3. Januar 2021. Englisch

    Umfrage unter 557 UX- und Designfachleuten aus 356 Unternehmen in 59 Ländern. Zentrale (29 Prozent), dezentrale (32 Prozent) und hybride Teams (31 Prozent) sind etwa gleich häufig.

  5. Kara Pernice: Poor Management = Mediocre UX Design. Nielsen Norman Group, 26. März 2017. Englisch

    Umfrage zur Wirksamkeit von UX-Teams. Bei 15 Prozent der Befragten zahlen externe Kunden die UX-Research, weil sie in einer Agentur oder Beratung arbeiten; zentrale UX-Teams arbeiten oft wie interne Berater.

  6. Peter Merholz: The 2025 State of UX/Design Organizational Health. The Merholz Agenda, 27. Oktober 2025. Englisch

    763 Antworten. Am gesündesten ist UX/Design in Professional-Services-Unternehmen (nur 32 Antworten), am ungünstigsten mit einer Berichtslinie über Engineering oder Marketing. Der „Sweet Spot“ liegt bei Designorganisationen mit 30 bis 100 Personen.

  7. Association of National Advertisers (ANA): The Continued Rise of the In-House Agency: 2023 Edition. ANA, 2. Mai 2023. Englisch

    Werbung und Marketing, nicht UX. 82 Prozent der befragten Mitglieder haben eine Inhouse-Agentur (2008: 42 Prozent), 92 Prozent arbeiten zusätzlich mit externen Agenturen. Der Report erfordert ein Login, die Zahlen stehen auch in der Pressemitteilung.

  8. Association of National Advertisers (ANA): The Resilient Rise of the In-House Agency: 2026 State of In-Housing Report. ANA, 22. Juni 2026. Englisch

    Befragt wurden 404 Jurymitglieder der ANA In-House Excellence Awards aus Unternehmen, Agenturen und Beratung; anders als 2023 also keine Mitgliederbefragung, und die Frage war anders formuliert. Die Jury sagt fünfmal häufiger, dass Marketing mehr denn je nach innen verlagert, als dass es sich davon zurückzieht.

  9. John Maeda: Design in Tech Report 2016. Design in Tech Report, 2016. Englisch

    42 Designfirmen wurden seit 2004 übernommen, rund die Hälfte davon im Jahr vor dem Report. Die aktivsten Käufer: Accenture, Deloitte, IBM, Google und Facebook.

  10. John Maeda: Design in Tech Report 2017. Design in Tech Report, 2017. Englisch

    Über 70 Designagenturen wurden seit 2004 übernommen, mehr als die Hälfte davon seit 2015.

Artikel und Fachbeiträge

  1. Jakob Nielsen: Should You Outsource Web Design?. Nielsen Norman Group, 27. Juni 1998. Englisch

    Webdesign ist Kernkompetenz und gehört nicht nach außen. Auslagern ist sinnvoll für dringende Aufgaben, solange man noch Personal sucht, und für Sonderprojekte; die strategische Verantwortung bleibt intern.

  2. Jakob Nielsen: Readers' Comments on Outsourcing Web Design. Nielsen Norman Group, 28. Juni 1998. Englisch

    Nachtrag mit Leserkommentaren: Wer mit Externen arbeitet, soll von ihnen lernen.

  3. Kate Kaplan, Kara Pernice: Where Should UX Report? 3 Common Models for UX Teams and How to Choose Among Them. Nielsen Norman Group, 15. September 2019. Englisch

    Zentrale, dezentrale und Matrix-Teams mit Vor- und Nachteilen; Standardreferenz für die Frage, wo ein eigenes UX-Team andockt.

  4. Anna Kaley: Managed-UX Integration: A Team Model for UX Autonomy and Product Alignment. Nielsen Norman Group, 17. Oktober 2025. Englisch

    UX-Fachleute berichten an die UX-Leitung, arbeiten aber über längere Zeit fest in einem Produktteam.

  5. Anna Kaley: What UX Consulting Clients Expect in the Age of AI. Nielsen Norman Group, 13. Februar 2026. Englisch

    Aus der eigenen Beratungspraxis: Kunden erwarten Urteilskraft, gründliche Research und klare Empfehlungen statt zehn Varianten oder KI-generierter Masse.

  6. Kate Kaplan: DesignOps 101. Nielsen Norman Group, 21. Juli 2019. Englisch

    DesignOps, die Organisation der Designarbeit, in drei Bereichen: wie Teams zusammenarbeiten, wie sie Arbeit erledigen und wie die Arbeit wirkt.

  7. Jared M. Spool: Hiring UX Experts Versus Giving Your Team Their Own UX Skills. Center Centre, 24. Juni 2015. Englisch

    Fachleute einstellen und das Team befähigen schließen sich nicht aus: Expertinnen und Experten können als Coach arbeiten und das Team selbstständig machen.

  8. Louis Rosenfeld: Adaptive Path Goes In-house. Medium, 3. Oktober 2014. Englisch

    Verteidigt den Verkauf von Adaptive Path an Capital One: UX-Talente wandern seit 2001 in die Unternehmen, und einen Konzern von innen zu verändern sei die größere Aufgabe.

  9. UXmatters: Interview: Richard Dalton, Head of Design at Capital One. UXmatters, August 2017. Englisch

    Drei Jahre nach dem Kauf von Adaptive Path leitet Dalton rund 400 Designerinnen und Designer bei Capital One.

  10. Jorge Arango: Adaptive Path 2001-2019. jarango.com, 11. Mai 2019. Englisch

    Zum Ende der Marke Adaptive Path und ihrer Konferenzen nach der Integration in Capital One.

  11. Consultancy.org: McKinsey & Company unites design skills to launch McKinsey Design. Consultancy.org, 12. November 2018. Englisch

    McKinsey bündelt seine Designeinheiten mit rund 350 Designerinnen und Designern in zehn Studios zu McKinsey Design.

  12. Paulo Dziobczenski: The death of the design agency? Or, why the future of design is moving towards in-house design departments. UX Collective, 21. Februar 2019. Englisch

    1.406 britische Stellenanzeigen für Grafikdesign aus dem Jahr 2015: 903 Stellen inhouse, 363 in Agenturen. Fazit: Agenturen sterben nicht, bekommen aber weniger Projekte und müssen mit Inhouse-Teams zusammenarbeiten.

  13. Piers Scott: Consultancy design, product design and the changing future of the UX industry. UX Collective, 2. Juni 2019, zuerst 2017. Englisch

    Beratungskonzerne kaufen Designfirmen und setzen unabhängige UX-Agenturen unter Druck. Inhouse sei nicht automatisch die Lösung, denn Wandel sei von innen oft schwerer zu bewirken als von außen.

  14. Jesse Grimes: 'Go Big or Go Home'? Mergers, acquisitions, and the impact on service design. Touchpoint, Service Design Network, 25. Januar 2019. Englisch

    Fallstudien zu Fjord und Accenture, Adaptive Path und Capital One, Veryday und McKinsey.

  15. Peter Merholz: 'Agile' is eating design's young; or, Yet Another Reason why 'embedding' designers doesn't work. petermerholz.com, 26. Januar 2022. Englisch

    Einzeln in Produktteams eingebettete Designerinnen und Designer werden zu Zuarbeitenden des Produktmanagements, und dem Nachwuchs fehlt Anleitung.

  16. Peter Merholz: UX/Design Leaders Are Failing the Next Generations. The Merholz Agenda, 17. Februar 2026. Englisch

    Um 2020 arbeiteten nach seinem Eindruck nur noch 5 bis 10 Prozent der UX-Fachleute in Agenturen oder Beratungen. Inhouse seien Designorganisationen Teil einer „Maschine der Produktentwicklung“ und vernachlässigten die Entwicklung ihrer Praxis.

  17. Antonio Vieira Santos: Talk to Each Other: Erika Hall on Why Human Conversation Is Still the Most Powerful Design Tool. Design Bootcamp, Medium, 2. März 2026. Englisch

    Bericht über ein Gespräch mit Erika Hall: Am stärksten sei eine Partnerschaft aus internem Team und Externen, die einen geschützten Raum für unbequeme Wahrheiten schaffen.

  18. Jonah Ginsburg: Erika Hall: What Design Research Is and Isn't. Field Conditions, DesignLabs, 25. Februar 2026. Englisch

    Interview: Mule Design arbeite wie eine „wendige Managementberatung“. Seit Design inhouse gemacht wird, sei „nicht gefeuert werden“ die erste Aufgabe interner Beschäftigter.

  19. Jessica Berger, Nina Souris: Warum du UX inhouse etablieren solltest – und wie du es machst. UX&I GmbH, 22. Dezember 2021, aktualisiert 22. Juni 2026. Eigenquelle

    Unterscheidet Agentur (erledigt etwas für ihre Auftraggeber) und Beratung (befähigt deren Team); Externe sollen sich selbst überflüssig machen. Fallbeispiele steadybit, One Data und METRO Systems.

  20. Michael Kremmer: Externe UX-Beratung oder internes UX-Designer Team? Was wann Sinn macht. uxsense, 26. April 2025. Anbieterartikel

    Entscheidungstabelle nach Laufzeit, Ressourcen, UX-Reife und Methodenbedarf. Empfiehlt ein Hybridmodell und nennt Betriebsblindheit als Risiko interner Teams.

  21. Userlutions: UX-Consulting: Strategische UX-Beratung & Interims. userlutions.com, 2022, aktualisiert 2023. Anbieterartikel

    Leistungsseite mit ausdrücklichem Aufbauversprechen („Wir bauen Ihre UX-Talente inhouse auf“) und Interimsmodellen für den Aufbau einer UX-Abteilung.

  22. Jan Auer: Freelancer, agency or in-house? How to find the right UX help. Brightside Studio, 12. September 2025, aktualisiert 31. August 2026. Englisch Anbieterartikel

    Freelancer, Agentur und eigenes Team im Vergleich, aus Sicht einer Berliner Agentur.

  23. Marc Caposino: UX Design Agency vs In-House: How to Choose in 2026. Fuselab Creative, 22. Juni 2026. Englisch Anbieterartikel

    Kriterien aus Agentursicht: Budget, Projekt oder Daueraufgabe, Startzeit, Skalierbarkeit.

  24. Shamreen Kadar: In-House UX Team vs UX Agency: What Should You Choose?. Onething Design, 20. Januar 2026. Englisch Anbieterartikel

    Kriterien aus Agentursicht, mit Fokus auf Kosten und Startzeit.

  25. Clay: Working with a UX Design Agency VS. an In-House Design Team in 2026. Clay, 2025, aktualisiert 21. Januar 2026. Englisch Anbieterartikel

    Kriterien aus Agentursicht, mit Fokus auf Skalierbarkeit und Spezialwissen.

Bücher

  1. Peter Merholz, Kristin Skinner: Org Design for Design Orgs: Building and Managing In-House Design Teams. O'Reilly, 2016, ISBN 978-1-4919-3840-9. Englisch

    Das Standardwerk zum Aufbau eigener Designorganisationen, geschrieben aus der Erfahrung bei der Beratung Adaptive Path.

  2. Leah Buley: The User Experience Team of One. Rosenfeld Media, 2013; 2. Auflage mit Joe Natoli 2024, ISBN 978-1-933820-18-7. Englisch

    Für Unternehmen am Anfang: wie eine einzelne UX-Person Kompetenz im Haus aufbaut.

  3. Kate Battles, Meredith Black, Dave Malouf, Collin Whitehead; herausgegeben von Gregg Bernstein: DesignOps Handbook. InVision und DesignBetter.Co, 2018. Englisch

    Wie interne Designteams Abläufe, Werkzeuge und Einstellungen skalieren. Früher frei verfügbar, heute nur im kostenpflichtigen Angebot von Design Better.

  4. Richard Banfield: Design Leadership: How Top Design Leaders Build and Grow Successful Organizations. O'Reilly, 2015, ISBN 978-1-4919-2920-9. Englisch

    Designführung, stark aus Agentursicht geschrieben; ein Gegenstück zu Merholz und Skinner.

  5. Jeff Gothelf, Josh Seiden: Lean UX: Creating Great Products with Agile Teams. O'Reilly, 3. Auflage, 2021, ISBN 978-1-098-11630-9. Englisch

    Für dauerhaft zusammenarbeitende, funktionsübergreifende Teams statt Übergaben von Dokumenten; indirekt ein Argument gegen das reine Liefermodell.

  6. Erika Hall: Just Enough Research. A Book Apart, 2. Auflage, 2019. Englisch

    Research als Lernfähigkeit einer Organisation, die sich nicht vollständig auslagern lässt.

Podcasts

  1. Jared Spool: A UX Advantage podcast with Jared Spool: Role of Outsiders. UIE Brainsparks, 12. Juni 2015. Englisch

    Mit Transkript. Warum Unternehmen Websites und Apps ins Haus holen, sobald sie zum Kern gehören, warum Ausschreibungen schlechte Ergebnisse liefern und warum Konzerne ganze Agenturen als eingespielte Teams kaufen.

  2. Des Traynor im Gespräch mit Jared Spool: Jared Spool on UX design. Intercom, 13. Oktober 2016. Englisch

    Die Entwicklungsstufen: Agenturen, dann ein internes „Design as a Service“, das die Agentur günstiger nachbildet, dann eingebettete UX-Fachleute.

  3. Peter Merholz, Jesse James Garrett: Consultancy Rat Blues, Part 1. Finding Our Way, Folge 8, 5. Juni 2020. Englisch

    Wie sich Designführung in Beratungen und in Unternehmen unterscheidet; Teil 2 folgte am 9. Juni 2020.

  4. Peter Merholz, Jesse James Garrett mit Anne Pascual: Leading Design from IDEO to In-house. Finding Our Way, Folge 48, 28. Juni 2024. Englisch

    Die Designchefin von Zalando über den Wechsel aus der Designberatung IDEO in ein Unternehmen.

  5. Jen Simmons mit Andy Budd: Parsing Design with Andy Budd. The Web Ahead, Folge 93, 23. Januar 2015. Englisch

    Der Gründer der Agentur Clearleft unter anderem zur Frage, ob die Zukunft des Designs in Agenturen oder in Unternehmen liegt.

  6. Jeffrey Zeldman mit Andy Budd: The Mysteries of UX with Clearleft's Andy Budd. The Big Web Show, Folge 162, 9. August 2017. Englisch

    Welche Rolle Agenturen angesichts wachsender Inhouse-Teams spielen müssen, um relevant zu bleiben.

  7. UX Heroes mit Franziska Haas: ZEISS UX Design Lead Franziska Haas über die zwei Welten der UX: Aus der Agentur in die Industrie. UX Heroes (Userbrain), Folge 62, 22. Juli 2024.

    Erfahrungsbericht über den Wechsel aus einer Agentur in ein Industrieunternehmen.

  8. Yvonne Teufel mit Thomas Gruhle: Inhouse vs. Agentur – Was macht mehr Sinn?. CRO.CAFE, 9. August 2022.

    Aus der Conversion-Optimierung, die Argumente lassen sich auf UX übertragen.

  9. Rolf Hermann mit Peter Hartmann: Inhouse vs. Agentur mit Peter Hartmann von Henkel. OMR Education, Folge 176, 20. September 2021.

    Aus dem Marketing: neue Themen zuerst mit einer Agentur als „digitalen Brückenkopf“ aufbauen, so die Shownotes.

11Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer UX-Agentur und einer UX-Beratung?

Eine UX-Agentur erledigt Aufgaben für dich und liefert Ergebnisse wie Research-Berichte, Konzepte und Designs. Eine UX-Beratung arbeitet mit deinem Team und will es befähigen, die Arbeit selbst zu machen. Geschützt sind die Begriffe nicht, und viele Anbieter machen beides. Frag deshalb, was am Ende des Auftrags bei dir bleibt: nur Ergebnisse oder auch Fähigkeiten.

Sollte ich UX inhouse aufbauen oder an eine Agentur auslagern?

Von Jakob Nielsen (1998) über Jared Spool (2015) bis Peter Merholz und Kristin Skinner (2016) raten prägende UX-Fachleute: Gehören digitale Produkte zum Kern eines Unternehmens, gehört die UX-Kompetenz dauerhaft ins Haus. Externe Partner sind am wertvollsten, wenn sie den Aufbau beschleunigen, Lastspitzen abfangen, Spezialwissen einbringen oder einen Blick von außen liefern. Am häufigsten empfohlen wird, extern zu starten und den Aufbau eines eigenen Teams gleich mit zu beauftragen.

Ab wann lohnt sich ein eigenes UX-Team?

Wenn digitale Produkte dein Geschäft tragen und UX-Arbeit dauerhaft und gleichmäßig anfällt, mindestens im Umfang einer vollen Stelle. Eine Studie mit einer festen Schwelle gibt es nicht. Wichtiger als die Teamgröße ist die Reife: Fehlt intern jemand, der UX-Arbeit fachlich bewerten kann, ist das die erste Stelle, die du besetzen solltest.

Kann man UX komplett auslagern?

Wenn digitale Produkte für dein Geschäft Beiwerk sind, ja. Sonst raten Fachleute davon ab: Die Verantwortung für die strategische Richtung des Designs sollte im Haus bleiben, schrieb Jakob Nielsen schon 1998. Selbst Unternehmen mit eigener Inhouse-Agentur arbeiten meist weiter mit Externen; im US-Marketing waren es 2023 laut dem Werbeverband ANA 92 Prozent.

Ist ein eigenes UX-Team günstiger als eine Agentur?

Bei dauerhaft hoher Auslastung meist ja, bei schwankendem Bedarf meist nein, denn ein eigenes Team kostet auch, wenn wenig zu tun ist. Eine belastbare Studie, die die Gesamtkosten eines eigenen UX-Teams mit denen externer Partner vergleicht, gibt es nicht (Stand Oktober 2026). Oft zitierte Zahlen wie die von McKinsey (2018) messen den Wert guter Designpraxis, nicht ob sie intern oder extern entsteht.

Was ist ein Mischmodell aus Inhouse und Agentur?

Eine Kombination aus eigenem Team und externen Partnern. Vier Formen sind verbreitet: extern starten und intern weiterführen, externe Verstärkung auf Zeit, der Kauf eines ganzen Teams und eine dauerhafte Partnerschaft für strategische Fragen. Damit keine Abhängigkeit entsteht, gehört der Wissensaufbau ausdrücklich in den Auftrag.

Wie finde ich eine passende UX-Agentur oder UX-Beratung?

Kläre zuerst, ob du Ergebnisse oder Befähigung brauchst. Stelle dann eine Shortlist aus drei bis fünf Anbietern zusammen und prüfe Research-Kompetenz, Case Studies mit messbarer Wirkung und das konkrete Projektteam. Wie das im Detail geht, beschreibt der Ratgeber „UX-Agentur finden“ auf uxagenturen.de. Welche UX-Agenturen und -Unternehmen Fachleuten spontan einfallen, zeigt das Bekanntheitsranking aus dem German-UPA-Branchenreport 2025.

In eigener Sache

uxagenturen.de ist ein Angebot der UX&I GmbH aus Düsseldorf, die in der Bekanntheitsrangliste des German-UPA-Branchenreports 2025 auf Platz 1 steht. Die Rangliste übernehmen wir unverändert aus dem Report, der als PDF frei abrufbar ist. Wir verstehen uns selbst als Beratung, die Teams befähigt, und sind bei diesem Thema Partei. Deshalb stehen hier auch die Gegenargumente. Mehr zur Offenlegung

Welche Mischung passt zu dir?

Im Erstgespräch mit der UX&I GmbH klären wir, ob für deine Aufgabe ein eigenes Team, eine Agentur, eine Beratung oder eine Mischung passt. Wenn wir nicht die Richtigen sind, sagen wir dir das.

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